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<  Instrumenten-Galerie  ~  Lindholm Spinett

BeitragVerfasst: Sa 17. Apr 2010, 20:01
AssistentAssistentRegistriert: Mo 12. Apr 2010, 05:57Beiträge: 40Wohnort: Wien
Ich laufe natürlich eine gewisse Gefahr, mit diesem Instrument aus dem Forum geworfen zu werden.
Natürlich spiele ich lieber auf historischen Nachbauten, habe auch das Glück, dass ein Freund von mir ein sehr schönes zweimanualiges Instrument besitzt.

Allerdings hatte ich bis jetzt nicht die Möglichkeit, zigtausende Euro zu investieren, um dann auf einem wirklich tollen Instrument zweistimmige Inventionen üben zu können - der Nachteil eines Hobbymusikers eben.

Von den recht vielen Instrumenten auf denen ich irgendwann einmal spielen durfte, fand ich ein Instrument von Eckehart Merzdorf am tollsten - eine Kopie nach Vincent Thibaut.

Aber ich stehe zu den 800 Euro, die ich vor fast 10 Jahren für mein Lindholm-Spinett bezahlt habe. Es war nichts zu reparieren, die Stimmhaltung ist hervorragend, der Klang im mittleren Bereich ganz brauchbar und das Vorfühlen im Gegensatz zu anderen Fabrikskisten recht angenehm und zuverlässig. Die Springer mit Stellschrauben haben durchaus Vorteile - ich habe schon öfters Kiele intoniert und Springer abgefeilt - eine Tätigeit, die mir bei meinem Instrument nicht sooo abgeht...

Ich habe einen recht historischen Flügel (Boisselot et Fils, 1849), hoffe aber, dass ich doch irgendwann zu einem historischen Cembalo komme.
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Zuletzt geändert von linus_anich am Fr 14. Mai 2010, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 16:43
MaestroMaestroRegistriert: Di 16. Jun 2009, 10:42Beiträge: 179
Hi,

Boisselot & Frères 1849: hört sich nach einem sehr exquisiten Flügel an, da selten und von besonderer Qualität. Hast Du Bilder?

Gruß, Clavierfan


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BeitragVerfasst: Mi 21. Apr 2010, 16:33
AssistentAssistentRegistriert: Mo 12. Apr 2010, 05:57Beiträge: 40Wohnort: Wien
Nun, leider ist nach einem gründlichen Umbau (um 1930?) von dem ursprünglich wohl wirklich recht exquisiten Instrument nicht mehr allzuviel übrig. Die Klaviatur wurde modernisiert - die schwarzen Tasten verkürzt, die dadurch nicht mehr passenden Elfenbeinbeläge durch Kaseinbeläge ersetzt.
Die Stimmwirbel wurden erneuert. Neubesaitung in zu starkem Material. - Dadurch wurde im Bereich der umsponnenen Saiten der Steg etwas nach unten gedrückt. Auch die Dämpfung kann den Basssaiten kaum Herr werden.
Die sehr schönen Kammermusiknotenpulten wurden mit Sperrholzplatten überklebt bzw durch solche ersetzt.
Lediglich im Gehäuse und im Klaviaturdeckel lässt sich das ursprüngliche Instrument erahnen.
Die geringe Länge (2m) und die sehr konservative Stoßzungenmechanik (wie bei Broadwood 1810, dort aber mit leichteren Hammerköpfen) legen eine Rückführung in den Urzustand kaum nahe.
So ist wohl nur ein hübsches Übungsinstrument geblieben...
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BeitragVerfasst: Do 22. Apr 2010, 10:56
MaestroMaestroRegistriert: Di 16. Jun 2009, 10:42Beiträge: 179
Hi,

nun ja, soooo aussichtslos für eine Restaurierung ist das nicht. Wenn die durchbrochen gearbeiteten Felder in den Pulten nur überklebt sind und der Rest darunter erhalten ist wie auf dem Foto, ist das doch positiv. Die verlorenen Elfenbeinbeläge sind natürlich bedauernswert, aber prinzipiell - wenn auch kostspielig - rekonstruierbar. Wenn das Instrument sowieso falsch besaitet ist, könnte man die Wirbel natürlich auch gleich mit tauschen gegen passendere, wobei man hier wohl ausdübeln müsste.
Die Oberfläche sieht doch ganz gut aus. Falls es Schellack ist (kann man auf dem Foto nicht gut erkennen), wäre das doch ein großer Pluspunkt.
Dass die Dämpfer im Bass nicht so gut funktionieren, hängt sicherlich auch mit der zu starken Besaitung zusammen. Allerdings darf man auch im Originalzustand hinsichtlich der Dämpfungsstärke nicht moderne Maßstäbe anlegen, da der Flügel noch aus einer Zeit stammt , die nicht dem modernen "Klangideal" (völlige Egalität, sofortiges Dämpfen) verhaftet war.
Die Boisselots, die ich kenne, sind übrigens alle recht kurz, um die 2 Meter.

Insgesamt also Glückwunsch zu Deinem Instrument!


Gruß, Clavierfan


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BeitragVerfasst: Fr 4. Jun 2010, 07:23
AssistentAssistentRegistriert: Mo 12. Apr 2010, 05:57Beiträge: 40Wohnort: Wien
Seit ein paar Tagen habe ich endlich ein Clavichord!
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BeitragVerfasst: Di 29. Jun 2010, 17:30
MaestroMaestroRegistriert: Di 16. Jun 2009, 10:42Beiträge: 179
Schön, very british :-)

Gruß, Clavierfan


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BeitragVerfasst: Fr 18. Nov 2011, 21:59
AssistentAssistentRegistriert: Mo 12. Apr 2010, 05:57Beiträge: 40Wohnort: Wien
Hab mich ein bisschen gespielt - die Springer sind noch die alten - die neuen liegen noch in zwei Schachteln herum und warten auf Bekielung, Intonation und Regulierung.

Aber: Farbe, Gold, Tapeten, Notenpult, Ebenholz/Elfenbein-Belag.

So spielt es sich ganz gut - und ich finde, es sieht auch besser aus.
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BeitragVerfasst: Mo 1. Jul 2013, 09:16
GrünschnabelGrünschnabelRegistriert: So 30. Jun 2013, 16:11Beiträge: 1
linus_anich hat geschrieben:
Ich laufe natürlich eine gewisse Gefahr, mit diesem Instrument aus dem Forum geworfen zu werden...

Ich kann die Ablehnung der sogenannten "Rastenbauweise" nicht nachvollziehen. Meine drei Kielinstrumente (darunter auch ein Lindholm-Spinett, wie auf dem Bild) sind allesamt "unhistorisch" gebaut. Das mag optisch nicht befriedigen, aber vom Klang her habe ich so manches historische Instrument gehört, das ich nicht mit meinen tauschen möchte. Selbst das Lindholm-Spinett hat einen für seine Bauart erstaunlich großen, tragfähigen Ton. Technisch ist es sicherlich ein typisches DDR-Produkt: die Springer sind trotz Einstellmöglichkeit nicht sehr präzise und die Klaviatur störanfällig (Tasten klemmen je nach Wetter bzw wenn es länger nicht gespielt wird). Wie gesagt, es ist sicherlich befriedigender, ein schönes, historisches Instrument zu besitzen, aber klanglich habe ich keinerlei Nachteile bei meinen Rasteninstrumenten festgestellt und ich kenne auch keine wissenschaftliche Studie, wo die klanglichen Unterschiede objektiviert werden und vor allem auf welchen physikalischen Unterschieden diese basieren. Ich vermute, daß man bei einem Blindvergleich (z.B. auf einer CD) gar keinen Unterschied zwischen einem historischen und einem Rasteninstrument hören würde.


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BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 21:55
MaestroMaestroRegistriert: Di 16. Jun 2009, 10:42Beiträge: 179
Hallo,

ich denke, die Pauschalisierung, dass man bei einem Blindvergleich den Unterschied zwischen einem historisch informierten Nachbau und einer Rastenkiste nicht hören wird, ist genauso falsch wie die pauschale Ablehnung und Abwertung von Instrumenten in Rastenbauweise.

In der Realität kommt es hinsichtlich der sicherlich subjektiv beurteilten Klangqualität eines Instruments auf sehr viele Faktoren an. Neben dem Schwingungs- und Resonanzverhalten des Korpus sind das beispielsweise: Mensurverlauf, Anreißpunkte, Kielmaterial und -beschaffenheit, Materialwahl bei den Saiten, Schwingungsfähigkeit des Resonanzbodens inkl. Berippung usw.

Die anders geartete Schwingungs- und Resonanzfähigkeit des Korpus bei Rastenbauweise kann also kaum alleiniges Kriterium sein, zumal selbst im traditionellen klassischen Cembalobau dem Korpus und seiner Schwingungs- und Resonanzfähigkeit je nach Typus ganz unterschiedliche Bedeutung zukommt. Bei einem kleinen Virginal italinienischer Bauart spielt sie vermutlich eine bedeutendere Rolle als bei einem schweren zweimanualigen Franzosen.

In der Regel ist es aber so, dass Instrumente in Rastenbauweise sich auch in vielen anderen der genannten Aspekte weniger am traditionellen Cembalobau orientieren. Das mag selbst auf das angestrebte Klangideal zutreffen, vergleicht man etwa in Analogie sogenannte "neobarocke" Orgeln der Nachkriegszeit mit originalen Barockorgeln - dort sind erstere auch keine getreue Nachbildung des Barockklangs, sondern eine spezifische Interpretation desselben. Dadurch unterscheiden sich meines Erachtens Rastencembali in der Regel schon deutlich von historisch informierten Nachbauten.

Grundsätzlich kann man aber deswegen nicht sagen, dass sie schlecht oder schlechter klingen, vor allem, wenn man bedenkt, dass es genauso gute Rasteninstrumente wie schlechte historisch informierte Nachbauten gibt. Es kommt vielmehr darauf an, welchem Zweck das Instrument dienen soll.

Grüße, Clavierfan


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